Wirtschaft neu denken – der integrale Ansatz

Wie sehen die Produkte der Zukunft aus? Die Unternehmen werden künftig den Widerspruch lösen müssen, dass sie kurzlebige Gebrauchsgüter produzieren, um viel abzusetzen, der Kunde aber immer häufiger langlebige und ökologische Gebrauchsgüter sucht, um die Ressourcen der Erde zu schonen. In der Automobilindustrie ist dieser Trend am deutlichsten ablesbar: Elektroautos werden konzipiert und es wird mit Garantiezeitverlängerungen gelockt. Veränderungen sind auch im Handel sichtbar, wo das Gütesiegel FairTrade den Markt erobert. Unternehmen verpflichten sich freiwillig zur Corporate Social Responsibility und übernehmen gesellschaftliche Verantwortung.

Von der Theorie in die Praxis

Unternehmen oder Unternehmensgruppen mit einem Werte-Management haben einen deutlichen Wettbewerbsvorteil: Sie schaffen eine sich selbst motivierende Unternehmenskultur. Wie eine aktuelle Umfrage der Bertelsmann Stiftung und des Marktforschungsinstituts TNS Emnid unter 500 Top-Entscheiden zeigt, sind gesellschaftliche Verantwortung und unternehmerisches Handeln nicht losgelöst voneinander zu betrachten.

„Personalverantwortliche waren bislang oft Verwalter klassischer Arbeitsverhältnisse. Eine Art firmeninternes Arbeitsamt. In Zukunft werden sie ‚Human Management‘ betreiben – es geht dabei um ‚Menschenarbeit‘ in einem genuinen Sinne. Letztlich geht es um eine Verschmelzung des Bildungssektors mit dem Arbeitssektor, und es ist kein Zufall, dass viele Firmen ihre Hauptzentrale „Campus“ nennen. Personalverantwortliche sind in Zukunft ‚Spirituelle‘ – sie müssen den ‚Spirit‘ des Unternehmens entwickeln und mit der Humanressource synchronisieren. Das geht natürlich nur, wenn das ganze Unternehmen so tickt, also auch der Vorstand. Eigentlich muss die Führung eines Unternehmens der Personalvorstand sein. Und in guten Unternehmen ist das heute schon so.“ Matthias Horx, Zukunftsforscher

Den integralen Ansatz nachhaltig implementieren

Für die Mehrheit muss unternehmerisches Handeln auch soziale, psychologische und ökologische Belange einbeziehen. Über 60 Prozent der Unternehmen bezeichnen sich sogar als aktiv, wenn es darum geht, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen und jeder vierte Manager sieht sein Unternehmen sogar als Vorreiter auf diesem Gebiet. Doch Fakt ist, dass nur geringe operative Ressourcen und knappe Budgets aufgewendet werden, um den Wertewandel im Unternehmen nachhaltig zu implementieren. Es ist an der Zeit, sich dem erfrischenden Geist der Erneuerung unternehmerischen Denkens und Handelns zu widmen.

Die gute Nachricht ist: Deutschland hat große Stärken. Die Unternehmen in Deutschland sind heute relativ schlank und können schnell auf neue wirtschaftliche Situationen reagieren. Es fehlt nur noch der Push, um die Produktivitätsreserven zu aktivieren, bestätigte der EU-Chefökonom Klaus Gretschmann gegenüber der Zeitung „Die Welt“. Die größte Herausforderung besteht darin, die Menschen zu motivieren, mehr Eigendynamik und Risikobereitschaft zu entwickeln. Das gelingt nur, wenn es ein grundlegenden Verständnis über die Notwendigkeit der persönlichen Entwicklung der Mitarbeiter geht, die zeitlebens proaktiv zu gestalten ist.

Die Zukunft zum Verbündeten machen Bildung als Kultur und Zukunftsbildende Aufgabe, Potentialentwicklung als größte Chance vor dem Hintergrund des demoskopischen Wandels zu verstehen, wird darüber entscheiden, ob der Standort Deutschland an Attraktivität gewinnt. Deutschland, das Land der Dichter und Denker hat gerade jetzt die Riesenchance, durch zielführende Aus und Weiterbildung, ganz besonders innerhalb der Wirtschaft.

Theresia Maria Wuttke
Vorstandsvorsitzende der THEOS Consulting AG

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