Erstgespräch

AUF DEM WEG NACH WEIHNACHTEN

„Liebe ist Gott und Gott ist die Liebe“

Ende der 80 Jahre übergab Albert Einsteins (geb. 1879, gest. 1955) „verlorene Tochter“ Lieserl 1.400 Briefe ihres Vaters an die Hebrew University unter der Bedingung, diese frühestens 20 Jahre nach ihrem Tod zu veröffentlichen. Dies ist ein Auszug aus einem Brief: 

„Als ich die Relativitätstheorie vorschlug, verstanden mich nur sehr wenige und was ich Dir jetzt zeigen werde, um es der Menschheit zu übertragen, wird auch auf Missverständnisse und Vorurteile in der Welt stoßen.

Ich bitte Dich dennoch, dass Du es die ganze Zeit, die notwendig ist, beschützt – Jahre, Jahrzehnte, bis die Gesellschaft fortgeschritten genug ist, um das, was ich Dir als Nächstes erklären werde, zu akzeptieren.

Es gibt eine extrem starke Kraft, für die die Wissenschaft bisher noch keine formelle Erklärung gefunden hat. Es ist eine Kraft, die alle anderen beinhaltet und regelt und die sogar hinter jedem Phänomen ist, das im Universum tätig ist und noch nicht von uns identifiziert wurde. Diese universelle Kraft ist LIEBE.

Wenn die Wissenschaftler nach einer einheitlichen Theorie des Universums suchten, vergaßen sie die unsichtbare und mächtigste aller Kräfte.

Liebe ist Licht, da sie denjenigen, der sie gibt und empfängt, beleuchtet.

Liebe ist Schwerkraft, weil sie einige Leute dazu bringt, sich zu anderen hingezogen zu fühlen.

Liebe ist Macht, weil sie das Beste, was wir haben, vermehrt und nicht zulässt, dass die Menschheit durch ihren blinden Egoismus ausgelöscht wird.

Liebe zeigt und offenbart.

Durch die Liebe lebt und stirbt man.

Liebe ist Gott und Gott ist die Liebe.

Diese Kraft erklärt alles und gibt dem Leben einen SINN in Großbuchstaben. Dies ist die Variable, die wir zu lange ignoriert haben, vielleicht, weil wir vor der Liebe Angst haben, weil es die einzige Macht im Universum ist, die der Mensch nicht gelernt hat, nach seinem Willen zu steuern.

Um die Liebe sichtbar zu machen, habe ich einen einfachen Austausch in meiner berühmtesten Gleichung gemacht. Wenn wir anstelle E = mc² zu akzeptieren, die Energie akzeptieren, um die Welt durch Liebe zu heilen, kann man durch die Liebe multipliziert mal der Lichtgeschwindigkeit hoch Quadrat zu dem Schluss kommen, dass die Liebe die mächtigste Kraft ist, die es gibt, weil sie keine Grenzen hat.

Nach dem Scheitern der Menschheit in der Nutzung und Kontrolle der anderen Kräfte des Universums, die sich gegen uns gewendet haben, ist es unerlässlich, dass wir uns von einer anderen Art von Energie ernähren.

Wenn wir wollen, dass unsere Art überleben soll, wenn wir einen Sinn im Leben finden wollen, wenn wir die Welt und alle fühlenden Wesen, die sie bewohnen, retten wollen, ist die Liebe die einzige und die letzte Antwort.

Vielleicht sind wir noch nicht bereit, eine Bombe der Liebe zu machen, ein Artefakt, das mächtig genug ist, den gesamten Hass, Selbstsucht und Gier, die den Planeten plagen, zu zerstören. Allerdings trägt jeder Einzelne in sich einen kleinen, aber leistungsstarken Generator der Liebe, deren Energie darauf wartet, befreit zu werden.

Wenn wir lernen, liebe Lieserl, diese universelle Energie zu geben und zu empfangen, werden wir herausfinden, dass die Liebe alles überwindet, alles transzendiert und alles kann, denn die Liebe ist die Quintessenz des Lebens.

Ich bedaure zutiefst, nicht in der Lage gewesen zu sein, um das auszudrücken, was mein Herz enthält, das leise mein ganzes Leben für Dich geschlagen hat.

Vielleicht ist es zu spät, mich zu entschuldigen, aber da die Zeit relativ ist, muss ich Dir sagen, dass ich Dich liebe und dass ich, dank Dir, bis zur letzten Antwort gekommen bin.

Dein Vater „Albert Einstein“

GEBEN UND LEBEN! WIE WIR DIE KUNST DES SCHENKENS WIEDER LERNEN KÖNNEN

Heute möchten wir Sie gern auf einen Artikel aufmerksam machen von Frau Dr. Alexandra Hildebrandt, der nicht nur lesenswert ist, sondern uns daran erinnert, wie kostbar geben und leben ist.

Publizistin, Nachhaltigkeitsexpertin und Wirtschaftspsychologin

Die Gabe als Kern der Nachhaltigkeit

Indem wir anderen etwas von uns geben, ihnen Aufmerksamkeit, Freundschaft, Liebe oder Zuneigung schenken, erfüllt sich unser Leben. Es wird als sinnvoll empfunden. Die Kunst des Schenkens hat nichts mit Dominanzgesten (Pierre Bourdieu), Einkaufsstress und Gabenzwang zu tun – sie gehört zur bewusst geführten Lebenskunst, wo Rituale, Freigebigkeit, miteinander reden und einander geben eng verbunden sind.

Dargestellt wurde dies im Huffington Post-Beitrag „Übung in Lebenskunst. Warum Philosophie und Nachhaltigkeit keine akademische Angelegenheit sind“, der im April 2015 erschien.

Hier wurde auch auf den vielfach inflationär verwendeten Begriff Nachhaltigkeit Bezug genommen und die Frage nach dem guten Leben, die schon die alten Griechen beschäftigte. Die Mitbegründerin der Huffington Post, Arianna Huffington, widmet sich dieser Thematik auch in ihrem Buch „Die Neuerfindung des Erfolgs“: Irgendwann hätten wir das gute Leben aus den Augen verloren. Stattdessen haben wir uns darauf konzentriert, „wie man möglichst viel Geld macht, ein möglichst großes Haus kauft und möglichst hoch auf der Karriereleiter kommt“.

Dies beschreibt auch der Publizist und Buchautor Ulrich Grober in seinem Buch „Der leise Atem der Zukunft. Vom Aufstieg nachhaltiger Werte in Zeiten der Krise“, in dem er gedanklich auf den Spuren von Hauffs Märchen „Das Kalte Herz“ wandert. Wo Geldvermehrung und Besitzergreifen primärer Lebensinhalt ist, geht das Wesentliche verloren: „Die Fähigkeit zur Anteilnahme, zum Mitgefühl erstarrt. Wenn aber dein Mitgefühl für die Menschen in deiner nahen oder ferneren Umgebung gestört ist oder ganz erkaltet, dann ist damit gleichzeitig auch der Resonanzboden für dein Empfinden von Freude, deine Glücksfähigkeit, stillgelegt.“

Des Märchens Weisheit letzter Schluss ist das Respektieren des Verfügbaren: „Es ist doch besser, zufrieden mit wenigem zu sein, als Gold und Güter haben und ein kaltes Herz.“

Was Grober interessiert, ist der Aufstieg nachhaltiger Werte im aktuellen Zeitgeist. Seine Themenfelder sind Ökologie, Nachhaltigkeit und zukunftsfähige Lebensstile. Ihn beschäftigt vor allem die Verknüpfung von kulturellem Erbe und Zukunftsvisionen.

Warum es eine dynamische Balance aus Für- und Selbstsorge und die Hingabe an das Ganze braucht

Es gibt wenig Begriffe, die auf das große Ganze einer Transformation zielen, die imstande sind, das Wesen unserer Industrie-Konsum-Zivilisation von Grund auf umzukrempeln. Das Wort Nachhaltigkeit enthält alles, worauf es ankommt – das ist der Tenor aller Publikationen von Ulrich Grober, dessen Standardwerk „Die Entdeckung der Nachhaltigkeit“ ein unentbehrlicher Begleiter für alle ist, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Der Akt des Gebens formt die eigene Identität und stärkt das Selbstbewusstsein. Der Zyklus der Gabe schafft gegenseitiges Vertrauen – „in Situationen der Ungewissheit, der Fremdheit schlägt er eine erste Brücke“, schreibt er in seinem neuen Buch „Der leise Atem der Zukunft“. Darin zeigt er, wie durch den Akt des Gebens ein Begegnungsrahmen erschaffen werden kann, wo es jedem in wechselnden Rollen möglich ist zu agieren:

„Das Paradigma der Gabe hat mit Freundlichkeit und Großzügigkeit zu tun, mit Anmut und Schönheit.“

Die Theorie der Gabe erweitert den Blick des Menschen auf die Idee der Nachhaltigkeit. Gerechtigkeit zwischen den Generationen und die Beziehung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erscheinen hier in einem neuen Licht: An die folgenden Generationen soll weitergegeben werden, was man selbst von den Vorfahren dankbar empfangen und in seiner Zeit „nachhaltig“ genutzt hat, was man schonen und vermehren durfte.

Der Kern von Nachhaltigkeit ist für Ulrich Grüber die Gabe. Das, was man zurückerhält, ist ein zeitlich versetztes dankbares Gedenken der Nachkommen.

Denken und Schenken Wer Persönliches (greifbare Gefühle) schenkt, gibt noch etwas hinzu: Zeit und Gedanken. Gerade im Hineinversetzen in den anderen besteht ein Reiz des Schenkens. Deshalb gehört auch ein Thema wie Empathie in den Nachhaltigkeitskontext. Vor dem Hintergrund der emotionalen Bedeutung des Schenkens sind Goethes Zeilen noch heute hochaktuell:

Mann mit zugeknöpften Taschen,
Dir tut niemand was zulieb‘;
Hand wird nur von Hand gewaschen;
Wenn Du nehmen willst so gib!“

Literatur:

Ulrich Grober: Der leise Atem der Zukunft. Vom Aufstieg nachhaltiger Werte in Zeiten der Krise. Oekom Verlag München 2016.

ABSCHIED UND NEUBEGINN

Mit dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse wenden wir uns ganz im Geist der Gründer Herrn Professor Heinrich Reents und Frau Theresia Maria Wuttke in der Theos Consulting AG neuen Räumen zu, die wir gemeinsam mit neuen engagierten und von ihrer Mission begeisterten Mitarbeitern, Judith Jäger und Roman Kolesnikov füllen. 

STUFEN 

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

 

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

 

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

ARTIKELEMPFEHLUNG: HUMANITÄRES UNTERNEHMERTUM IST UNVERZICHTBAR

Ich empfehle Ihnen die Lektüre dieses Artikels von Dr. Alexandra Hildebrand, der am 06.09.2015 auf der Website der Huffington Post veröffentlicht wurde: 

WARUM WIR AUF HUMANITÄRES UNTERNEHMERTUM NICHT VERZICHTEN KÖNNEN

Der Maßstab des Alten

Um die Aufgaben der Gegenwart zu bewältigen, braucht es humanitäres Unternehmertum statt routiniertes Management. Das mögen zunächst einmal nur große Worte sein – aber sie werden greifbar und lebendig, wenn sie mit konkreten Lebensgeschichten verbunden sind, die vom Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns geprägt sind. 

Dazu gehört auch die Vita des ehemaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun, Jahrgang 1925, die alle bewegen dürfte, die sich im Leben etwas vornehmen, die unternehmen, nicht überheblich sind, Großes bewegen wollen, aber das Kleine nicht vernachlässigen, die Karriere als inneres Wachstum definieren und nicht als Egotrip.

Leben und Geben 

Als junger Mann war Braun Volontär in einem Aachener Export- und Importunternehmen für Agrarprodukte und übernahm nach nur drei Wochen dort die Aufgaben einer Führungskraft und wurde mit 21 Jahren Treuhänder der Firma. Liebevoll wurde er auch „Pater Braun“ genannt. Er achtete darauf, dass er alle mitnahm und sorgend Anteil an ihnen nahm.

Unvergessen ist seine beeindruckende Reaktion, als während der Fußball-Weltmeisterschaft im Juni 1998 in Lens deutsche Hooligans den französischen Gendarmen Daniel Nivel fast zu Tode schlugen. Er demonstrierte Mitgefühl und teilte das Leid mit dem Opfer, verfiel nicht in die geschäftige Routine eines „Managers“, sondern blieb ein humanitärer „Unternehmer“, der nach Wegen suchte, das Leid zu lindern. 

Schon als junger Mann besaß er die Tugenden eines ehrbaren Kaufmanns, die auch seine spätere Arbeit prägten. Denn er handelte auch beim DFB nach dem Grundsatz der Nachhaltigkeit, dass nie mehr ausgegeben werden darf als eingenommen wird.

Egidius Braun verfolgte, um die Finanzen zu konsolidieren, denselben Weg, der ihn als Unternehmer („Kartoffel-Braun“) erfolgreich gemacht hat: Er drängte auf Sparsamkeit, um die finanzielle Unabhängigkeit des Verbandes zu sichern. Nachdem er seinem Vater mit 26 Jahren als erster Mann in die Führungsspitze des SV Breinig folgte, ließ sich der Aufstieg zu höchsten Ämtern im Fußball-Verband Mittelrhein, im Westdeutschen Fußball-Verband, im DFB, in der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und im Fußball-Weltverband (FIFA) nicht mehr aufhalten.

Auch die Anliegen der Kinder, damals vor allem die türkischen, lagen ihm schon damals am Herzen. „In zwanzig Jahren“, sagte der 48-Jährige, „werden möglicherweise diese Kinder noch in unserem Land leben. Und unser Verhalten wird für sie ein Maßstab dafür sein, wie sie sich bei uns sozial einordnen und wie sie uns als Menschen beurteilen.“ 

Von Diversity-Management hat damals noch niemand gesprochen. Es brauchte diese Begrifflichkeit auch nicht, weil „Vielfalt“ selbstverständlich gelebt wurde, denn die Sehnsüchte der Menschen sind überall gleich – sie wollen Frieden und Glück, egal in welcher Kultur sie leben. 

Egidius Braun war von Beginn an dabei, als sich Fußball-Vereine der Integration ausländischer Bürger öffneten. Im Dreiländereck Aachen-Maastricht-Lüttich initiierte er in den 70er Jahren zahlreiche Kontakte zu Vereinen im benachbarten Ausland. Die Integrationsprogramme für Ausländer und eine Jugendförderung auf breiter Ebene gehören zu den herausragenden Leistungen während seiner Mittelrhein-Präsidentschaft.

Fußball als Mittel zur Toleranz, Integration und Völkerverständigung war sein großes und dauerhaftes Thema. Später gründete er das DFB-Jugendwerk, das durch internationale Verbandsjugendhilfe sehr engagiert für den Fußball in Osteuropa eintritt und sich für die Integration der Landesverbände in den neuen Bundesländern einsetzte, damit auch im Fußball zusammenwächst, was zusammengehört. 

Pionier der Nachhaltigkeit 

Die erste Reihe hat Egidius Braun nie gesucht. Vielmehr ist er auf sie zugekommen – aus einem traurigen Grund: Als Hermann Neuberger 1992 einem Krebsleiden erlag, wurde Braun, bislang verantwortlich für die Finanzen, sein Nachfolger. Dabei versuchte er nie, seine Vorgänger zu kopieren.

Er hatte seine eigenen Vorstellungen, wie man solche Ämter ausfüllen und einen traditionellen Verband wie den DFB führen muss: Er war hart in der Sache, gradlinig, mitunter auch ungeduldig und schonungslos sich selbst gegenüber.

Sein altgriechischer Vorname Egidius bedeutet so viel wie „Schildhalter“, der er als DFB-Präsident immer war, denn er fühlte sich an das gebunden, was darauf an Lebensaufgaben stand: Kampf für die Gleichberechtigung zwischen Profi- und Amateursport, Stärkung der Vereine als Keimzellen des Fußballs, bürgerschaftliches Engagement, Verlässlichkeit und ehrliche Kommunikation.

Egidius Braun hat für das Thema „Nachhaltigkeit“ als Pionier prozesshafte Übersetzungsarbeit geleistet. Mit einer verstärkten Medienarbeit wollte er unter anderem erreichen, dass nicht nur das Ansehen des Verbandes in der Öffentlichkeit verbessert und den Leistungen entsprechend dargestellt wird, sondern dass vor allem die Werte, die der Fußball vermittelt, in sämtlichen Medien eine nachhaltige und positive Resonanz finden.

Überbezahlte Profis

Otto Rehhagel, heute u.a. Kuratoriumsmitglied der DFB-Stiftungen, mahnte in den vergangenen Jahren immer wieder an, dass sich der Fußball wieder auf die alten Werte besinnen muss: „Heute ist es leider so, dass die Berater ihren Jungens sagen: Ich mache aus dir einen Millionär. Sie sagen nicht: Ich mache aus dir einen guten Fußballer.“ 

In den Anfangszeiten des bundesdeutschen Fußballs bewegten sich noch viele Amateure auf dem Spielfeld, denen es um die Freude am Fußball ging. Inzwischen haben sich Profifußballer zu Privatunternehmern mit Managern und Beratern entwickelt.

Schon in den siebziger Jahren sprach sich der Finanz- und Steuerfachmann Egidius Braun gegen eine Überbezahlung der Profis aus. Er sah darin die Gefahr eines Imageverlusts für den gesamten Fußball, „der vom großen Heer der Amateurvereine getragen wird“. Und er las all jenen die Leviten, die glaubten, aus Steuergeldern Profigehälter bezahlen zu können. Er trat zwar für den Berufsfußball ein, allerdings war er der Meinung, dass Profifußballer nur in dem Maße bezahlt werden, „wie sie durch ihre Leistungen in der Lage sind, Zuschauer anzuziehen und damit die Kassen zu füllen“. Gewinnen oder verlieren, kann und darf „es“ nicht sein, war sein Credo.

Seit seiner Mitarbeit in den höchsten nationalen und internationalen Gremien bemühte sich Egidius Braun verstärkt darum, das hemmungslose Profitstreben in angemessenen Grenzen zu halten. Auch warnte er davor, Fußball mit einem Dukatenesel zu verwechseln und ihn zu einer Unterhaltungsware, einem Event, verkommen zu lassen: „Wenn der Fußball nur noch eine Abteilung der Unterhaltungsbranche sein sollte, dann wäre es nicht mehr meine Welt“, betonte er. Dabei lehnte er Kommerzialisierung keineswegs ab, sondern plädierte für Augenmaß. Das bedeutet auch, auf kurzfristige Vorteile zu verzichten und Wirtschaften als langfristiges Schaffen von Werten betrachten.

Unmittelbar vor den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Deutschen Fußballbundes in Leipzig warnte Braun in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor einem überbordenden Turbokapitalismus im Fußball: „Manchester-Kapitalismus heißt, Geld einzusetzen, wo das Geld verspricht, Profit zu bringen.“ Fußball darf nicht von Geschäftemachern missbraucht werden – es ist kein Millionenspiel, sondern ein Spiel von Millionen Menschen, die das eigentliche Kapital sind. 

Egidius Braun ging es immer (auch) um Lebenssinn, den Geld allein nicht stiften kann. Doch ohne Geld ist vieles Sinnvolle und Nachhaltige auch nicht möglich. Es kommt auf die Balance und das „Wie“ an: So konnten für die Mexiko-Hilfe, die 1986 während der Weltmeisterschaft in Mexiko von ihm initiiert und seitdem von Fußball-Persönlichkeiten wie Franz Beckenbauer, Rudi Völler, Karl-Heinz Rummenigge oder Jürgen Klinsmann unterstützt wurde, siebenstellige Beträge gesammelt und dem guten Zweck vor Ort zugeführt werden.

Dabei handelte es sich hier um keine Einbahnstraße: „Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, ein Beweis dafür, dass wir gemeinsam handeln müssen, um in der Zukunft zu bestehen. Das Konzept des Nationalstaats, der sich hinter einer Mauer verstecken kann, gehört der Vergangenheit an. 

Es geht nicht mehr an, dass jemand sagt: ‚Ich lebe ganz gut, sollen die anderen doch sehen, wie sie zurechtkommen.‘ Keiner kann ohne den anderen leben.“ So die Kernaussage seiner Rede anlässlich der Verleihung des „Tecelote de Oro“ der Universidad Autónoma de Guadalajara (Mexico, April 1997).

 

 

WERTEKOMMISSION VERÖFFENTLICHT FÜHRUNGSKRÄFTEBEFRAGUNG 2015

Als engagiertes Mitglied der Wertekommission lädt die THEOS Consultung AG Sie ein, die neueste Führungskräftebefragung der Wertekommission zu studieren. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Reinhard-Mohn-Institut für Unternehmensführung und Corporate Governance der Universität Witten/Herdecke (RMI) durchgeführt.

Im Rahmen der Studie wird regelmäßig eine umfangreiche Befragung zum Wertebewusstsein von Führungskräften im deutschsprachigen Raum durchgeführt. Im Fokus der diesjährigen Erhebung steht die Frage, inwiefern verantwortungsvolles Verhalten im Unternehmen vorgelebt wird und sich auf die Werte der Mitarbeiter auswirkt. Dabei wird auch untersucht, inwieweit sich die Mitarbeiterwerte von den Unternehmenswerten unterscheiden und wie sich diese Diskrepanz auf die Kooperationsbereitschaft, eigenverantwortliches Handeln sowie die intrinsische Motivation und Zufriedenheit auswirkt.

 Sie können die Studie auf der Webseite der Wertekommission als pdf herunterladen: www.wertekommission.de

BUCHVERÖFFENTLICHUNG: „CELLO TRIFFT BOGEN“

In unserem neuen Buch „Cello trifft Bogen – Urfrau trifft Urmann“, das am 18. Juni 2015 erschienen ist, behandeln wir die Polarität in der Beziehung. Das Cello repräsentiert die Frau, der Bogen den Mann. Musik entsteht nur dann, wenn beide aufeinandertreffen. Es ist die Reibung, die einen Ton, ein Konzert, eine Symphonie entstehen lässt. Das Buch beschreibt ein respektvolles und intelligentes Dialog-Modell für Männer und Frauen, eine unterhaltsame Lektüre über das schönste Thema der Welt. Ein Mann beschreibt aus seiner Sicht die Welt der Frauen und der Männer, eine Tiefenpsychologin beschreibt aus ihrer Sicht die Welt der Männer und Frauen. Sie hat keine Angst, auf die Tabus und Missverständnisse zwischen beiden Welten einzugehen.

Wenn man das Bild der Urfrau und des Urmannes versteht, dann kann man sich auch auf unterschiedliche Entscheidungswege und Verhaltensweisen einlassen. Eine Frau wird immer anders Menschen führen als ein Mann. Wenn in unserer männerdominierten Geschäftswelt, Männer versuchen, das zu verstehen, dann verringern sich die Kommunikationsprobleme nicht nur in der Partnerschaft, sondern auch in Geschäftsprozessen.

Das Buch ist als gebundene Ausgabe und auch als eBook bei Amazon erhältlich.

Über die Autoren: 

Theresia Maria Wuttke und Prof. Dr.-Ing.h.c.Heinrich Reents sind Mitgründer der Theos Consulting AG.

Theresia Maria Wuttke vereint gleich vier Berufe zu einem stimmigen Ganzen: Bankkauffrau, Pädagogin, Tiefenpsychologin und Autorin. In Unternehmen arbeitet sie als integraler Senior Consultant und Business-Management-Coach und leitet die integrale Akademie der Theos-Consulting AG als Master- und Lehrcoach. Ihr beruflicher Schwerpunkt ist die wertebasierte und prozessorientierte Unternehmens- und Personalentwicklung in mittelständischen Unternehmen und Konzernen. Die Autorin ist ausgebildete Meditationslehrerin in der Zen-Tradition und bietet für Führungskräfte Seminare zu Meditation und Bewusstseins-Entwicklung an: Führen aus der Mitte.

Prof. Dr.-Ing.h.c.Heinrich Reents ist Professor im Bereich Maschinenbau in den Lehrgebieten Robotertechnik, Produktionsautomatisierung, Personalmanagement und Innovationsmanagement. Seine Schwerpunkte liegen im Innovationsmanagement im technischen, kaufmännischen und organisatorischen Bereich sowie in den Wirtschaftswissenschaften mit den Schwerpunkten Unternehmensentwicklung und Personalmanagement.